Zur Geschichte des IG Metall-Bezirk Mitte
1996 schrieb der damalige Bezirksleiter Karl G. Kronawitter: „Jubiläen sind kein Verdienst. Was der Jubilar, was die Metallerinnen und Metaller des Bezirks in 50 Jahren getan haben, das allerdings begründet Verdienste.“ Dem ist heute nichts hinzuzufügen.
Mit der vorliegenden Broschüre wollen wir an einige Erlebnisse, einige Stationen aus 125 Jahren Deutscher Metallarbeiterverband bzw. IG Metall erinnern – und aus 115 Jahren, die der Bezirk nun in verschiedenen Zusammensetzungen besteht. Wir möchten diese Erinnerungen wachhalten, weil wir aus der Geschichte unserer Gewerkschaft lernen können und lernen wollen: zum Beispiel,
- dass Einheit und Geschlossenheit wichtige Voraussetzung sind, um erfolgreich zu sein. 1933 traf die NSDAP auf eine gespaltene Arbeiterbewegung – sie konnte dann ihre Diktatur errichten, die viele Millionen Menschen das Leben kostete,
- dass die Frage der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeiten von Anfang an ein ganz wesentliches Handlungsfeld der Metallarbeitergewerkschaften war – schon vor der Gründung des DMV gab es auch in unserem Bezirk erste Streiks für die Verkürzung der überlangen Arbeitstage,
- wie sehr die Metallarbeitergewerkschaften in ihrer Geschichte immer auch politische Organisationen waren und entsprechend gehandelt haben – zur Wahrung der Interessen nicht nur ihrer Mitglieder.
Wir wollen mit dieser Broschüre auch an die erinnern, die in der Vergangenheit über Generationen hinweg für unsere Ziele gestritten und damit unsere Gegenwart gestaltet haben. Nur wenige werden auf den folgenden Seiten mit Namen genannt – es ist bei Rückblicken ja fast automatisch so, dass diejenigen genannt werden, die zu ihrer Zeit jeweils im Lichte der Öffentlichkeit standen.
Unsere Broschüre soll aber gedacht sein als eine Erinnerung und Würdigung aller Menschen, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts für die Interessen der arbeitenden Menschen engagiert haben.