DGB Thüringen Kredit allein reicht nicht – Kurzfristige Rettungsmaßnahmen für Industrie notwendig

Der DGB begrüßt das neue Darlehensprogramm „Thüringen Kredit“ für die Wirtschaft, warnt jedoch, dass es nicht ausreicht, um industrielle Arbeitsplätze und Betriebe zu sichern. Dazu erklärt Renate Sternatz, stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen.

Beschäftigte von Bosch demonstrieren auf der Schillerhöhe

14. August 2025 14. August 2025


„Eine Deindustrialisierung in Thüringen muss verhindert werden. Viele Betriebe, etwa aus dem Bereich der Automobil- und Zulieferindustrie sowie der energieintensiven Industrie, befinden sich derzeit in einer existenziellen Krise. Mehrere tausend Arbeitsplätze sind in Gefahr. Der Thüringen-Kredit kann das nicht auffangen.“

Als Ursachen der Krise gelten unter anderem hohe Energiepreise, der Fachkräftemangel und die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaftsweise. Um die industrielle Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaftsweise erfolgreich zu bewältigen und Betriebe und Arbeitsplätze zu sichern, fordert der DGB sofortige Rettungsmaßnahmen. „Es geht darum, jetzt gute Arbeitsplätze zu sichern. Kurzfristig muss eine Brückenfinanzierung von Krisenbetrieben aus Landesmitteln auf den Weg gebracht werden“, so Sternatz. „Das sollte bis hin zu Landesbeteiligungen gehen.“ Das neue Darlehensprogramm „Thüringen Kredit“ müsse zudem an eine Beschäftigungs- und Standortgarantie gebunden werden. Unternehmen, die tarifgebunden sind, Mitbestimmung ermöglichen und Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung sicherstellen, sollten zudem durch eine höhere Förderung unterstützt werden.

Sternatz betont: „Die Landesregierung muss jetzt handeln – und zwar aus industrie- und gesellschaftspolitischer Verantwortung. Eine Deindustrialisierung würde nicht nur gute, tarifliche und mitbestimmte Arbeitsplätze vernichten, sondern auch die Demokratie und den sozialen Zusammenhalt weiter gefährden.“