Aus den Regionen: IG Metall Offenbach Manroland vor dem Aus!

Beim Maschinenbauunternehmen manroland sheetfed am Standort Offenbach droht das vollständige Ende des Geschäftsbetriebs.

Manroland, Archivfoto

21. April 2026 21. April 2026


In der ersten Verhandlungsrunde am 16. April 2026 wurden IG Metall und Betriebsrat darüber informiert, dass das ursprünglich angekündigte Fortführungskonzept für Service- und Ersatzteilgeschäft nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Grund hierfür ist das vollständige Fehlen eines Investors, der bereit wäre, den Standort weiterzuführen und die erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen. Aktuell besteht lediglich die Möglichkeit, einzelne Vermögenswerte – insbesondere Assets von manroland sheetfed sowie Anteile an Marktorganisationen – an einen von zwei potenziellen Investoren zu veräußern. Beide Interessenten haben jedoch unmissverständlich erklärt, dass im Falle einer Übernahme keinerlei betriebliche Tätigkeiten am Standort Offenbach fortgeführt werden sollen. Sollte es zu keiner Übernahme kommen, ist nach Angaben der Geschäftsführung die vollständige Stilllegung des Geschäftsbetriebs unvermeidlich, da keine positive Fortführungsprognose mehr besteht. Bislang liegen zudem keine bindenden Angebote der Interessenten vor.

Angesichts der dramatischen finanziellen Lage soll der werbende Geschäftsbetrieb bereits zum 1. Juni 2026 eingestellt werden.

Ab diesem Zeitpunkt sind lediglich noch Ausproduktions-, Restabwicklungs- und mögliche Übergabetätigkeiten vorgesehen. Diese sollen spätestens bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein. Die Neumaschinenproduktion endet bereits zum 31. Mai 2026.

Für die Beschäftigten bedeutet dies massive Einschnitte: Bereits ab dem 1. Juni 2026 sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht zwingend für Ausproduktion und Überleitung benötigt werden, – abhängig vom Stand der Interessenausgleichsverhandlungen – widerruflich oder unwiderruflich freigestellt werden.

Der Betriebsratsvorsitzende Stefan Vogler informierte am heutigen Montag die Belegschaft über die dramatische Entwicklung. Er erklärt: „Wir sind bislang davon ausgegangen, dass Herr Langley zumindest das Intercompany-Geschäft in Offenbach weiterführen wird. Auch das soll nun nicht mehr der Fall sein. Das ist eine Hiobsbotschaft für die gesamte Belegschaft.“

Die IG Metall erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen die Eigentümerstruktur des Unternehmens. Manuel Schmidt, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, ergänzt: „Das Unternehmen wurde über die letzten Jahre systematisch ausbluten gelassen. Seit Jahren gab es keinerlei Investitionen. Wir erwarten, dass Herr Langley seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten nachkommt. Eigentum verpflichtet! Wir fordern eine gut ausgestattete Transfergesellschaft, um den Beschäftigten eine echte Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“

Betriebsrat und IG Metall fordern volle Transparenz über alle Verkaufs- und Stilllegungspläne, ernsthafte und verhandlungsfähige Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan sowie eine aktive politische Begleitung, um einen weiteren industriellen Kahlschlag am Standort Offenbach zu verhindern.