die neue metall ist da! Klares Votum für die IG Metall

Gute Tarifverträge, echte Mitbestimmung oder Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – der Leitartikel auf der Bezirksseite der aktuellen metall zeigt, warum all das keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Ergebnis starker IG‑Metall‑Arbeit.

metall magazin mai juni 2026


In der Geschäftsstelle (GS) Herborn-Betzdorf zeichnet sich ab, dass die übergroße Mehrheit der Mandate an Metaller gehen wird, sagt Oliver Scheld, Leiter der Geschäftsstelle. Die Betriebe im Bereich der GS sind mittelständisch geprägt, mehr als vier Fünftel sind Automobilzulieferer. Die meisten Betriebe sind konzern- oder familiengebunden. Die Betriebe verbindet eines: Sie befinden sich in der Transformation, getrieben durch den Umstieg auf Elektromobilität und durch eine forcierte Automatisierung. »Wir erleben einen Personalabbau wie seit 20 Jahren nicht mehr«, sagt Scheld. Deshalb komme es jetzt besonders darauf an, Beschäftigte zu qualifizieren.

»Unternehmer mit sozialer Verantwortung kooperieren mit Betriebsräten und IG Metall, wenn es darum geht, Betriebe neu aufzustellen«, so der Metaller. Nimmt der Betriebsrat Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen, stärkt das nicht nur den Betrieb, sondern auch die Region. In manchen Betrieben beobachtet Scheld allerdings eine andere Haltung. »Da gilt die Devise, die Kuh zu melken, solange es läuft. Erst wenn es nicht mehr anders geht, wird die Produktion umgestellt oder der Betrieb plattgemacht.«

Vom Heizkessel zur Wärmepumpe: Wie Bosch Thermotechnik mit Mitbestimmung wächst

Wie man es besser machen kann, zeigt Bosch Thermotechnik in Eschenburg-Eibelshausen. Ursprünglich stellte das Unternehmen Heizkessel her, mit der Wärmewende kam der Umstieg auf Brennwerttechnik und Wärmepumpen. Dazu wurde mit dem Arbeitgeber ein Zukunftstarifvertrag geschlossen, mit dem sich das Unternehmen verpflichtete, einen hohen zweistelligen Betrag zu investieren und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die Zahl der Beschäftigten ist seither von 270 auf über 400 gestiegen. Viele Beschäftigte sind bereit, sich zu qualifizieren, andere mussten überzeugt werden. »Manche haben 25 Jahre in ihrem Job gearbeitet, sind heute Mitte vierzig oder Anfang fünfzig und nicht mehr gewohnt, zu lernen. Diese Kolleginnen und Kollegen brauchen dann einen Anstoß«, sagt der Metaller. Dies gilt für eine Vielzahl von Betrieben. Entscheidend in der Transformation seien Betriebsräte – davon ist der Metaller überzeugt.  »Beschäftigte und Betriebsräte sind Taktgeber in der Transformation, nicht die Geschäftsleitungen. Ohne Betriebsräte wären wir nicht so weit gekommen«. Mitbestimmung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, so Scheld. Aber sie müsste ausgeweitet werden, auch auf wirtschaftliche Fragen, wenn zum Beispiel Personal abgebaut oder investiert werden soll.

 

Mitbestimmung im Aufbruch: Wie der Betriebsrat bei GDELS Arbeitsbedingungen durchsetzt

Bei General Dynamics European Land Systems (GDELS) in Kaiserslautern ist der Betriebsrat mit elf Mitgliedern schon gewählt. Zur Wahl trat nur die Liste der IG Metall an. »Manchmal ist es schwer, Kandidaten zu finden. Dennoch sei es gelungen, neue und aktive Kandidaten zu gewinnen«, sagt Betriebsrätin Julia Köhler. Der Grund: Im vergangenen Jahr wurde die Beschäftigung aufgestockt. GDELS stellt Brückensysteme für den militärischen und zivilen Bereich her, unter anderem Amphibienfahrzeuge. Aktuell arbeiten 600 Frauen und Männer in diesem Betrieb, bis 2029 sollen es rund 1100 sein. Viele der neuen Kolleginnen und Kollegen kommen aus Betrieben, in denen es weder einen Betriebsrat noch einen Tarifvertrag gibt. Mitbestimmung war für sie bislang unbekannt, sagt Köhler. Dadurch lag die Wahlbeteiligung nur bei knapp 78 Prozent. »Der Betriebsrat wird von der Unternehmensleitung laufend informiert und ist für die Kollegen ansprechbar und erreichbar«, sagt Julia Köhler. Große Konflikte gab es bislang nicht, aber Reibungspunkte. So hat der Betriebsrat Kontischichten verhindert und für die Beschäftigten das freie Wochenende gesichert. Julia Köhler arbeitet in einem typischem Männerberuf: Sie leitet die Ausbildung der Fahrzeuglackierer und ist die erste Frau in der Produktion seit der Unternehmensgründung 1864 (ehemals EWK). Zum wiederholten Male sind Julia Köhler und eine weitere Kollegin direkt in den Betriebsrat gewählt worden. Damit liegt der Frauenanteil im Betriebsratsgremium bei fast 20 Prozent. Zum Vergleich: Im Betrieb sind nur 8 Prozent Frauen beschäftigt.

 

Gegen alternative Gremien: Beschäftigte holen sich Mitbestimmung bei Riese & Müller zurück

Beim Fahrradhersteller Riese und Müller in Darmstadt ist die Wahl zum Betriebsrat schon abgeschlossen. Die Wahlbeteiligung lag bei 82 Prozent. Kerstin Schmidt von der IG Metall wurde zur Vorsitzenden gewählt. Die Liste der IG Metall erreicht vier Sitze, eine unabhängige Liste, auf der auch Metaller kandidierten, kommt auf drei Mandate. Eine Liste mit Beschäftigten, die sich auch eine alternative Mitbestimmungsart hätten vorstellen können, kommt auf sechs Sitze. Mit Ausnahme von Kerstin Schmidt, die in einem anderen Unternehmen bereits Betriebsrätin war, haben ihre Kolleginnen und Kollegen noch keine Erfahrung mit betrieblicher Interessenvertretung. Von der Geschäftsleitung erwartet der Betriebsrat, frühzeitig informiert und eingebunden zu werden. Für die Arbeitnehmervertreter stehen zwei Themen ganz oben: Überstundenregelungen (relevant für kaufmännische Tätigkeiten und für Entwickler) sowie die Bandtaktung in der Fertigung. Die Initiative zur Gründung eines Betriebsrats ging von Beschäftigten aus, sagt Kerstin Schmidt. Viele Kolleginnen und Kollegen waren mit der Konfliktlösung unter vier Augen nicht mehr einverstanden. »Da wurden manche bevorzugt, andere gegeneinander ausgespielt. Dass Beschäftigte unterschiedlich behandelt werden, sickerte durch.« Der Arbeitgeber wollte ursprünglich keinen Betriebsrat, sondern ein alternatives Gremium ohne Mitbestimmungsrechte. Schmidt sagt: »Das kam bei den Beschäftigten nicht gut an. Sie wollten einen von der Geschäftsführung unabhängigen Betriebsrat.« Das Klima zwischen dem jungen Betriebsrat und dem Unternehmen ist gut, so die Betriebsratsvorsitzende. »Beide Seiten erwarten eine konstruktive Zusammenarbeit.« Das Unternehmen sei zwar gut aufgestellt, aber durch das schnelle Wachstum gebe es Baustellen, sagt die Metallerin. Dadurch sei der Bezug zu den Beschäftigten verloren gegangen. Es gebe bereits Gesprächsangebote der Geschäftsleitung. Kerstin Schmidt hofft, dass es jetzt in die richtige Richtung geht.

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Aktuelles aus dem Bezirk Mitte
Tarifkommission Metall- und Elektroindustrie

Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie in Mitte Forderungsbeschluss für Metall- und Elektroindustrie

Die IG Metall Mitte hat am 22. September für die rund 388.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ihre Forderung für die anstehende Tarifbewegung beschlossen. Die IG Metall wird mit einer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern gehen.

IG Metall Mitgliederversammlung ZF Koblenz

ZF Koblenz Einigung zur Standortsicherung erreicht

Nach rund einem Jahr intensiver Verhandlungen zwischen der IG Metall Koblenz, dem Betriebsrat und der Arbeitgeberseite der ZF in Koblenz konnte ein Durchbruch erzielt werden.

Logo Mann+Hummel

Aus den Regionen: GS Ludwigshafen-Frankenthal Arbeitgeber lehnen Alternativkonzept vollständig ab

Ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Die Arbeitgeberseite von MANN+HUMMEL hat das von Betriebsrat und IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelte Alternativkonzept am heutigen Tag vollständig abgelehnt.

Aktionstag am 21.9.2026

bundesweiter Aktionstag: GS Wiesbaden und Limburg Zukunft statt Kahlschlag bei den Beschäftigten in Wiesbaden und Limburg

Gestern haben die Kolleginnen und Kollegen bei Federal Mogul Wiesbaden und bei Elring Klinger in Limburg ein klares Zeichen gesetzt: Für sichere Arbeitsplätze, starke Standorte und Investitionen in die Zukunft.

Ruhrpott Rebellion am 07.07.2026

#hartverdient 26. September: Bundesweiter Aktionstag für soziale Politik

Länger arbeiten, weniger Rente, Einschnitte bei der Pflege: Der Angriff auf den Sozialstaat wird immer heftiger. Am 26. September stemmen sich Metallerinnen und Metaller dagegen. Beim Aktionstag „Hart verdient“ geht es in 15 deutschen Städten auf die Straße, u.a. in Frankfurt, Erfurt und Saarbrücken

2. Warnstreik AIOS

Tarifverhandlung ohne Ergebnis Blockade durch aios - Forderungen IG Metall abgelehnt: ANGEBOT NULL

Respektlosigkeit hat Folgen: Ultimatum der Tarifkfkommission der IG Metall. Die Geschäftsführung von aios steuert auf einen langen Arbeitskampf zu.

Aktionstag Daimler und GLC Wörth

Aktionstag bei Daimler Truck und Mercedes-Benz GLC Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenarbeit ist unsere stärkste Marke

Mit einer eindrucksvollen Kundgebung setzten die Beschäftigte von Daimler Truck und Mercedes-Benz GLC heute im Rahmen des bundesweiten Aktionstags ein deutliches Zeichen für den Erhalt von Arbeitsplätzen, gute Tarifverträge und eine sozial gerechte Transformation der Industrie.

Aktionstag 21.09.2026 Daimler Truck Wörth

bundesweiter Aktionstag: GS Landau 800 Beschäftigte bei Daimler Truck in Wörth setzen ein Zeichen

Rund 800 Beschäftigte von Daimler Truck haben sich heute an einer Protestkundgebung vor dem Werkstor in Wörth beteiligt. Anlass war der bundesweite Aktionstag der IG Metall gegen Stellenabbau, Werksschließungen und den zunehmenden Druck auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie.

Automobil-Aktionstag 21. September 2026

Bundesweiter Aktionstag: GS Nordhessen Beschäftigte der Autoindustrie fordern sichere Arbeitsplätze

Unter dem Motto „Jetzt reicht’s!“ haben Beschäftigte der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer heute in Kassel und Bebra gegen den Abbau von Arbeitsplätzen und für den Erhalt ihrer Standorte demonstriert.

Aktionstag 2026

bundesweiter Aktionstag: GS Eisenach 2.000 Beschäftigte setzen Zeichen für den Industriestandort Westthüringen

Mit aktiven Mittagspausen, Betriebsversammlungen und Betriebsratssprechstunden haben rund 2.000 Beschäftigte in Westthüringen ihren Forderungen Nachdruck verliehen: Die Zukunft der Industrie darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Aktionstag bei Mercedes Benz, Daimler, in Sindelfingen gegen die Angriffe auf Beschäftigten in der Automobilindustrie.

Bundesweit Aktionen in der Automobilindustrie „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke”

Angesichts der koordinierten Angriffe der Arbeitgeber auf Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der Automobilindustrie ruft die IG Metall zu einem bundesweiten Aktionstag auf.

Aktionstag - Weil das JETZT zählt! 15. März 2025

Zukunft statt Kahlschlag - Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke Aktionstag bei Daimler Truck in Wörth und Mercedes-Benz (GLC) in Germersheim

Die massiven Angriffe auf die Beschäftigung an den deutschen Automobil- und Zulieferstandorten sind beispiellos. Hunderttausende Beschäftigte bangen um ihren Arbeitsplatz, ganze Regionen um ihren Wohlstand.