Bezirkskonferenz der IG Metall Mitte Köhlinger: "Arbeitsplatzabbau und Sozialkürzungen sind kein Geschäftsmodell"

Worms – Mit klaren Worten hat die IG Metall Mitte auf ihrer 75. Bezirkskonferenz in Worms Stellung zur aktuellen Situation bezogen. Rund 140 Teilnehmende diskutierten über ökonomische Krise, die stockende Transformation und Zukunft der Arbeit.

Bezirkskonferenz

6. Mai 2026 6. Mai 2026


Die Botschaft war eindeutig: Die Beschäftigten dürfen nicht für Managementfehler, politische Untätigkeit und strategisches Versagen von Arbeitgebern und Politik zahlen.

„Arbeitsplatzabbau und Sozialkürzungen sind kein Geschäftsmodell. Es gefährdet zunehmend die Demokratie. Dem wird die IG Metall nicht tatenlos zusehen“, betonte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, auf der Konferenz am heutigen Mittwoch. „Die ökonomische Lage ist aufgrund der geopolitischen Situation extrem angespannt. Diese Analyse teilen wir ausdrücklich mit den Arbeitgebern. Was wir aber entschieden zurückweisen, ist der unkreative Reflex, immer zuerst nach Arbeitsplatzabbau, Sozialabbau oder längeren Arbeitszeiten zu rufen. Das bringt keinen einzigen neuen Auftrag, schafft keine Innovationen und verschärft die Krise.“

"Arbeitsplatzabbau und Sozialkürzungen sind kein Geschäftsmodell"

Jörg Köhlinger, Bezirksleiter IG Metall Mitte

IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski kritisierte ebenfalls die Arbeitgeber scharf: „Arbeitgeberverbände treiben eine schräge politische Debatte: Sozialkürzungen sichern keinen einzigen Job, im Gegenteil. Die Beschäftigten sind nicht schuld an der Krise, sondern ihre Arbeit, ihre Einkommen und ihre Sicherheit sind entscheidend für einen Aufschwung. Dafür werden wir auch bei den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie im Herbst streiten! Politik und Arbeitgeber stehen in der Verantwortung: Anpacken statt angreifen ist angesagt! Der beste Garant für Innovation und gute Arbeit sind Tarifverträge. Wer sich ihnen entzieht oder sich nicht dafür interessiert, handelt unverantwortlich und verdient keinerlei öffentliche Förderung.“

Unverständnis äußerten Teilnehmenden auch über die ablehnende Haltung vieler Arbeitgeber zur geplanten steuerfreien 1.000 Euro-Prämie. Wenn selbst eine CDU-geführte Bundesregierung erkenne, dass Beschäftigte jetzt entlastet werden müssten, sollten die Arbeitgeber dringend ihre Positionen überdenken.

"Politik und Arbeitgeber stehen in der Verantwortung: Anpacken statt angreifen"

Nadine Boguslawski, Hauptkassiererin IG Metall Vorstand