Aus den Regionen: GS Erfurt Geplante Schließung bei NETZSCH Weimar sorgt für Unverständnis

Als die Beschäftigten der NETZSCH TAURUS Instruments GmbH in Weimar am 31. März 2026 in einer Betriebsversammlung über das Auslaufen des Mietvertrags zum 31. Dezember 2026 und angebliche „Performance-Probleme“ informiert wurden, überwog zunächst die Zuversicht, den Standort sichern zu können.

Rote IG Metall-Pfeifen in zwei Plastiktüten.


Betriebsrat und IG Metall setzten sich in der Folge erfolgreich dafür ein, dass der Vermieter eine Fortführung des Mietvertrags zu unveränderten Konditionen zusicherte. Parallel entwickelte der Betriebsrat ein Konzept zur Neuorganisation der Arbeitsabläufe, welche die Effizienz steigert und die ohnehin profitable Niederlassung wirtschaftlich weiter stärkt. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.

Umso größer war die Irritation, als nach Vorstellung dieser Verbesserungsmaßnahmen die Mitteilung folgte, den Standort nun doch endgültig schließen zu wollen.

„Für die Beschäftigten ist diese Entscheidung weder nachvollziehbar noch akzeptabel. Wenn tragfähige Lösungen auf dem Tisch liegen und sogar die Rahmenbedingungen gesichert sind, darf sich das Unternehmen nicht aus der Verantwortung stehlen“, erklärt Ilko Vehlow Erste Bevollmächtigte der IG Metall.

Viele Beschäftigte empfinden die angeführten Gründe als vorgeschoben. Mit einer Schließung droht der Verlust von wertvollem Wissen und gewachsenem Know-how – mit negativen Folgen für Unternehmen und Kunden gleichermaßen. Zugleich stehen zahlreiche Beschäftigte vor einer ungewissen Zukunft – insbesondere ältere Kolleginnen und Kollegen über 50 Jahre, die sich große Sorgen um ihre Perspektiven machen. Einige sind für ihren Arbeitsplatz sogar nach Weimar umgezogen oder haben sichere Jobs aufgegeben, um bei NETZSCH zu arbeiten.

„Hier wird ein funktionierender und profitabler Standort aufgegeben – das ist wirtschaftlich kurzsichtig und menschlich unverantwortlich. Die Beschäftigten haben über Jahre hinweg unter tariflichen Standards – insbesondere im Vergleich zum Mutterstandort in Selb – gearbeitet und zum Erfolg beigetragen. Das muss sich jetzt in den Verhandlungen widerspiegeln“, so der betreuende Gewerkschaftssekretär Michael Pietsch.

Betriebsrat und IG Metall erwarten nun in den anstehenden Verhandlungen zu Interessenausgleich und Sozialplan Regelungen, die sowohl der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens als auch den Erwerbsbiografien der Beschäftigten gerecht werden.


Netzsch
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Wehende IG Metall-Fahnen.

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Worms – Mit klaren Worten hat die IG Metall Mitte auf ihrer 75. Bezirkskonferenz in Worms Stellung zur aktuellen Situation bezogen. Rund 140 Teilnehmende diskutierten über ökonomische Krise, die stockende Transformation und Zukunft der Arbeit.

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