Textilindustrie Ost IG Metall weist Arbeitgeber-Angebot als „Frechheit“ zurück

In der Tarifrunde Textilindustrie Ost spitzt sich kurz vor Ende der Friedenspflicht der Konflikt zu. Zwar legten die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlung in Meerane erstmals ein Angebot vor.

Tarifrunde Textil

25. März 2026 25. März 2026


Das aber sieht für die meisten Beschäftigten eine Nullrunde bis in den Herbst nächsten Jahres und auch danach nur eine minimale Entgelterhöhung vor. IG Metall-Verhandlungsführerin Eileen Müller: „Dieses so genannte Angebot ist angesichts massiv steigender Preise eine Frechheit.“ Zahlreiche Beschäftigte machten am Verhandlungsort mit einer Protestaktion lautstark ihren Unmut deutlich. Die IG Metall treibt ihre Vorbereitungen für Warnstreiks voran, die ab dem 1. April möglich sind.

Zum Verhandlungsauftakt vor zwei Wochen war der Arbeitgeberverband vti noch ohne Angebot gekommen. Diesmal schlug er vor, im Oktober 2026 die Tarife für die beiden unteren Entgeltgruppen gerade nach den Vorgaben für den gesetzlichen Mindestlohn anzuheben. Für alle anderen Beschäftigungsgruppen sieht das Arbeitgeber-Angebot eine Nullrunde bis Oktober 2027 vor. Erst danach sollen die Entgelte um 80 Euro im Monat steigen. Die Regelungen zur tariflichen Altersteilzeit wollen sie nicht verlängern. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Entgelt, mindestens 150 Euro als soziale Komponente, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen sowie die Verlängerung der tariflichen Altersteilzeit bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Eileen Müller, IG Metall-Verhandlungsführerin: „Mit diesem Angebot wollen die Arbeitgeber deutlich sinkende Realeinkommen durchsetzen. Das können sich die Beschäftigten nicht leisten und das werden sie auf keinen Fall hinnehmen. Bei den Entgelten in der Textilbranche haben heute schon viele Kolleginnen und Kollegen große Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen. Sie spüren jeden Tag, wie sich ihr Leben drastisch verteuert. Wir werden jetzt die Vorbereitungen für Warnstreiks intensivieren.“

Die Friedenspflicht endet am 31. März 2026. Ab dem 1. April 2026 sind Warnstreiks möglich.