Rund 450 Beschäftigte folgten der Einladung des Betriebsrats zur Betriebsversammlung. Dort wurden der aktuelle Sachstand sowie die Handlungsoptionen dargestellt. Eine anschließende Fragerunde mit der Geschäftsführung sorgte für laut hörbaren Unmut in der Belegschaft.
„Der Schließungsbeschluss für Speyer hat alle Beschäftigten völlig unerwartet getroffen. Es geht hier nicht um eine Verlagerung, sondern um eine komplette Standortschließung. Teilweise mussten Kolleginnen und Kollegen durch die Presse oder über Angehörige erfahren, dass ihr Arbeitsplatz bis 2028 gestrichen werden soll. Diese Umgangsform nach 81 Jahren Standortgeschichte in Speyer verurteilt die IG Metall aufs Schärfste. Weder die Interessenvertretung noch die Gewerkschaft wurden im Vorfeld in Gespräche über alternative Szenarien einbezogen,“ erklärt Wladislaw Wolter, politischer Sekretär der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal.
Derzeit stehen Betriebsrat und IG Metall in engem Austausch, um mögliche Zukunftsszenarien für den Standort zu entwickeln. Für beide Seiten ist klar: Ziel ist eine Vereinbarung, die eine Zukunft für Speyer sichert. Das gemeinsame Motto lautet dabei: „Zukunft durch Widerstand!“
Während zahlreiche Betriebe in der Region unter Auftragsrückgängen und roten Zahlen leiden, handelt es sich bei der Entscheidung von MANN+HUMMEL ausdrücklich nicht um eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern um eine strategische Unternehmensentscheidung. Der Geschäftsführung zufolge liege es nicht an der Leistung der Belegschaft – dennoch soll der Standort geschlossen werden.
Vor dem Schließungsbeschluss fand kein Austausch mit dem Betriebsrat oder der IG Metall über mildere Mittel, Alternativkonzepte oder strategische Weiterentwicklungen statt. Spätestens seit der Betriebsversammlung ist für viele Beschäftigte klar: Die Schließung des Standorts Speyer dient allein der weiteren Profitsteigerung des Unternehmens.
„Bereits innerhalb weniger Tage haben mehrere Belegschaften aus der Region ihre volle Solidarität zugesagt“, betont Birgit Mohme, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal. „Wir sind bereit, gemeinsam mit den Betrieben der Region um die Arbeitsplätze und den Standort Speyer zu kämpfen – und wir werden das auch tun.“