Aus den Regionen: GS Erfurt Verhandlungsergebnis bei audifon: Beschäftigte reagieren mit Applaus – aber Zukunft bleibt begrenzt

Nach intensiven Verhandlungen haben sich Betriebsrat und Arbeitgeber bei audifon auf einen Interessenausgleich und Sozialplan verständigt, das am vergangenen Freitag der Belegschaft vorgestellt wurde. Die Erwartungen unter den Beschäftigten waren zuvor niedrig – insbesondere nach dem ursprünglich

Fahne "Gemeinsam für ein Gutes Leben"


Umso deutlicher fiel die Reaktion aus: Als der Betriebsrat das Verhandlungsergebnis präsentierte, quittierten die Beschäftigten dieses mit Applaus. „Die Ausgangslage war schwierig. Umso wichtiger ist, dass es gelungen ist, gemeinsam dieses gute Ergebnis durchzusetzen, welches von der Belegschaft auch so wahrgenommen wurden“, sagt Ilko Vehlow, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Erfurt.

Gemeinsames Handeln als Erfolgsfaktor 

Das erzielte Ergebnis ist aus Sicht der IG Metall und des Betriebsrats das Resultat eines gezielten, abgestimmten Vorgehens auf mehreren Ebenen. Neben der Arbeit des Betriebsrats vor Ort mit Unterstützung der IG Metall spielte auch die enge Zusammenarbeit mit dem rechtlichen Berater eine zentrale Rolle. 

„Ohne das koordinierte Vorgehen von Betriebsrat, Belegschaft, der gewerkschaftlichen Unterstützung und der rechtlichen Begleitung durch Rechtsanwalt Jacob Zeeb wäre dieses Ergebnis so nicht möglich gewesen“, betont Gewerkschaftssekretär Michael Pietsch.

In den Verhandlungen sei deutlich geworden, dass Druck, Sachargumente und Verhandlungsstrategie zusammengeführt werden mussten, um Bewegung auf Arbeitgeberseite zu erreichen.

Erfolg mit begrenzter Perspektive

Trotz des erreichten Ergebnisses bleibt ein zentraler Kritikpunkt bestehen: Die Perspektive für den Standort endet weiterhin im Oktober 2026. Damit steht fest, dass eine lange Tradition am Standort zu Ende gehen wird – unabhängig von den jetzt erzieltem Verhandlungsergebnis. „Das Ergebnis ist ein wichtiger Erfolg unter schwierigen Bedingungen. Gleichzeitig bleibt der Befund bitter: Die Perspektive für die Beschäftigten ist zeitlich begrenzt, und mit dem Standort endet auch ein Stück industrieller Tradition der Region“, sagt Vehlow. Die IG Metall kündigt an, die Beschäftigten und den Betriebsrat weiterhin eng zu begleiten und sich für bestmögliche Perspektiven einzusetzen.