Am heutigen Donnerstag (9. Juli) haben Vertrauensleute und Betriebsräte der IG Metall an zahlreichen Standorten der Volkswagen AG ein deutliches Signal in Richtung Konzernvorstand gesendet. Arbeitnehmervertretungen der Kernmarke Volkswagen sowie bei Audi, Porsche, MAN, CARIAD und weiteren Unternehmen unter dem Dach des Konzerns positionierten sich klar gegen die in den vergangenen Wochen über die Medien bekannt gewordenen Brutalo-Pläne der Konzernspitze.
Auslöser der bundesweiten Aktionen sind Berichte über das Ausmaß der Vorstandspläne: Bis zu 100.000 der rund 657.000 Arbeitsplätze weltweit sollen laut übereinstimmenden Medienberichten dem Sparkurs der Konzernspitze um Vorstandschef Oliver Blume zum Opfer fallen – ein Volumen, das selbst das vorherige Sparprogramm noch einmal deutlich übersteigen würde.
Neben dem kolportierten Plan eines drastischen Stellenkahlschlags sorgt ein zweiter Punkt der Vorstandspläne für erhebliche Unruhe in den Belegschaften: Berichten zufolge erwägt die Chefetage um Oliver Blume, die Kernmarke Volkswagen und Teile der Komponentenfertigung aus der bestehenden Konzernstruktur der Volkswagen AG herauszubrechen und in eigenständige Gesellschaften zu überführen. Das wäre ein beispielloser Versuch, die besonderen Mitbestimmungsrechte und die Sperrminorität des Landes zu unterlaufen, die im VW-Gesetz verankert sind.
Anlässlich der bundesweiten Protestaktionen sagt die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner: „Im ganzen Land haben die Kolleginnen und Kollegen heute die klare Ansage gemacht: So nicht! Sie haben geackert, sie haben Zugeständnisse gemacht. Statt sich diese Leistung zum Vorbild zu nehmen, konfrontiert der Vorstand die Beschäftigten mit neuen Abbauplänen. Die Wut und Verunsicherung, die dadurch entsteht, ist verständlicherweise groß. Es braucht neue Ideen und Konzepte, wie die Werke ausgelastet werden, sinnvolle Überlegungen des Unternehmens. Synergien zwischen den Marken müssen endlich ausgeschöpft werden, Produkte zukunftsfest geplant werden. Die Politik wiederum muss mit konsequenter Industriepolitik und Schutz vor unfairem Wettbewerb für die besten Voraussetzungen sorgen.“
Die Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo erklärt: „Zehntausende Kolleginnen und Kollegen bei uns haben Angst um ihre Zukunft. Und zwar ganz konkret darum, wie es mit dem eigenen Arbeitsplatz weitergeht, aber auch um die Zukunftsfähigkeit von Volkswagen. Für sie reiht sich mit Blick in die Medien seit Wochen eine Negativ-Schlagzeile an die andere. Fast immer geht es dabei nur um Werksschließungen und einen Stellenabbau von historischem Ausmaß. Das macht etwas mit der Seele der Belegschaft. Der Konzernvorstand lässt all das laufen, anstatt sich vor die Belegschaft zu stellen und mit guter eigener Arbeit endlich mal dafür zu sorgen, dass die Öffentlichkeit Volkswagen als Antrieb für die Mobilität der Zukunft begreift und nicht als Totengräber für die eigenen Standorte. Umso dankbarer bin ich für die Aktionen vom heutigen Donnerstag, die als Signal der Geschlossenheit von all unseren Standorten ausgehen: Betriebsräte und Vertrauensleute stehen bereit, um den Vorstand wo nötig in die Schranken zu weisen und zusammen mit der Belegschaft an seine eigentlichen Aufgaben zu erinnern.“