Rund 50 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich an der Aktion und machten deutlich, dass sie weiterhin geschlossen hinter ihrer Forderung stehen: Die vollständige Übernahme des Tarifergebnisses der Metall- und Elektroindustrie in Hessen von 2024. Dies wurde bis heute nicht weitergegeben, obwohl dies in einem Anerkennungstarifvertrag vorgesehen ist.
Besonders eindrucksvoll war erneut die Solidarität innerhalb der Belegschaft. Auch Beschäftigte aus der Nachtschicht, die erst morgens um sechs Uhr ihre Arbeit beendet hatten, kamen in ihrer Freizeit zum Warnstreik um 13 Uhr hinzu. Damit zeigten sie: Der Zusammenhalt im Betrieb ist stark, die Unterstützung für die Forderungen groß. Die Produktion stand 2 Stunden still.
Die Beschäftigten machten mit lautstarken Beiträgen und großer Geschlossenheit deutlich, dass sie sich weder beirren noch einschüchtern lassen. Im Mittelpunkt steht für sie die Anerkennung ihrer Arbeit, die Übernahme des kompletten Tarifergebnisses und ein fairer Umgang auf Augenhöhe.
Matthias Kapp, Betriebsratsvorsitzender bei Betonstahl Lampertheim und aktiver IG Metaller, betonte in seiner Rede:
„Wir streiken nicht gegen Menschen. Wir streiken für faire Bedingungen. Uns geht es um Respekt vor der Leistung der Beschäftigten, Respekt vor tariflichen Vereinbarungen und Respekt vor einem fairen Miteinander. Ein rechtmäßiger Warnstreik ist ein gesetzlich geschütztes Recht. Niemand sollte Angst haben müssen, dieses Recht wahrzunehmen. Wir bleiben ruhig, sachlich und geschlossen — und wir wollen eine vernünftige Lösung am Verhandlungstisch.“
Kapp erinnerte daran, dass die Beschäftigten in den vergangenen Jahren viel geleistet haben. Trotz schwieriger Bedingungen, zusätzlicher Aufgaben und Veränderungen hätten sie den Betrieb zuverlässig am Laufen gehalten. Diese Leistung verdiene Anerkennung.
Unterstützung erhielten die Beschäftigten auch vom DGB Südhessen. Horst Raupp, Gewerkschaftssekretär des DGB Südhessen, ordnete die Forderung zugleich regionalwirtschaftlich ein:
„Die Beschäftigten bei Betonstahl Lampertheim arbeiten hart. Ihr habt die geforderte Lohnerhöhung, Respekt und Wertschätzung im wahrsten Sinne des Wortes verdient. Die Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein entscheidender Faktor, um die lahmende Wirtschaft anzukurbeln. Das kann nur funktionieren, wenn die Beschäftigten deutlich mehr Geld in der Tasche haben. Von starken Tarifverträgen profitiert die Region – der Bäcker, der Metzger, der Supermarkt, das Handwerk, die Gastronomie und die Kulturtreibenden.“
Die IG Metall Darmstadt bewertet den zweiten Warnstreik als vollen Erfolg. Die Beteiligung, die Stimmung und die Entschlossenheit der Beschäftigten zeigten deutlich, dass die Forderung nach vollständiger Übernahme des Tarifergebnisses weiterhin mit Nachdruck vertreten wird. Der Zusammenhalt in der Belegschaft ist sehr groß und wuchs mit der Verweigerungshaltung des Arbeitgebers noch zusätzlich.
Tom Kehrbaum, Geschäftsführer der IG Metall Darmstadt, erklärte:
„Der zweite Warnstreik bei Betonstahl Lampertheim war wieder ein starkes Signal. Die Beschäftigten stehen zusammen, sie lassen sich nicht einschüchtern und sie wissen genau, was ihre Arbeit wert ist.“