Lautstark und unüberhörbar machten sie deutlich, dass sie vom Arbeitgeber eine Kursänderung erwarten. Statt weiter an Verlagerungsplänen festzuhalten, fordern sie ernsthafte Verhandlungen über die Zukunft des Standorts und den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.
Auch benachbarte Speyerer Betriebe zeigten sich solidarisch mit den Beschäftigten. An der Kundgebung nahmen rund 250 Beschäftigte von Mann+Hummel und 50 Kolleginnen und Kollegen aus benachbarten Betrieben teil.
„Wir stehen Seite an Seite mit den Beschäftigten von MANN+HUMMEL. Die Arbeitgeber sollten sich warm anziehen. Wer glaubt, die Zukunft hunderter Familien einfach vom Tisch wischen zu können, unterschätzt die Solidarität in dieser Region. Wenn die Unternehmensleitung ihren Kurs nicht ändert und weiter über die Köpfe der Menschen hinweg entscheidet, dann wird sie spüren, dass der Widerstand wächst. Wenn es sein muss, steht ganz Speyer still“, erklärt Markus Rummel, Vertrauenskörperleiter der PFW.
Entgegen dem öffentlichen Druck setzte die Arbeitgeberseite ihren bisherigen Kurs auch im heutigen Gespräch fort. Nachdem das gemeinsam von Betriebsrat, Beschäftigten, IG Metall und TBS entwickelte Alternativkonzept bereits am 21. September vollständig zurückgewiesen worden war, machte die Unternehmensleitung erneut deutlich, dass sie nicht mehr über Alternativen zur Verlagerung sprechen möchte. Stattdessen soll aus Sicht der Arbeitgeberseite nur noch über die konkrete Umsetzung der geplanten Maßnahmen verhandelt werden. Im heutigen Termin vertiefte der Arbeitgeber seine Vorhaben in einem von ihm vorgeschlagenen Interessenausgleich.
„Heute haben die Kolleginnen und Kollegen erneut gezeigt, dass sie zusammenstehen. Wir stehen Seite an Seite und lassen uns als Belegschaft nicht spalten. Statt über Abfindungen und Verlagerungen zu sprechen, wollen wir über den Erhalt unseres Standorts sprechen. Die Business Unit darf nicht zur Verhandlungsmasse werden. Wir brauchen Verlässlichkeit und klare Perspektiven. Denn wir sind keine Zahlen in einer Excel-Tabelle und kein Abfindungsfaktor, sondern Menschen mit Verantwortung für unsere Familien und unsere Zukunft,“ so eine Kollegin aus dem Angestelltenbereich bei Mann+Hummel.
Vor diesem Hintergrund lädt die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal ihre Mitglieder zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2026 in der Stadthalle Speyer ein. Angesichts der Entwicklungen der vergangenen Wochen und insbesondere des heutigen Verhandlungstermins kommt dieser Versammlung eine besondere Bedeutung zu.
Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung werden die Mitglieder darüber beraten, wie auf die jüngsten Entscheidungen der Arbeitgeberseite reagiert werden soll und welche weiteren tarifpolitischen Schritte vorbereitet werden. Dabei soll ein klares Stimmungsbild eingeholt werden, wie die Belegschaft den weiteren Verlauf der Auseinandersetzung gestalten möchte.
„Die Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Monaten mit ihrem Alternativkonzept Verantwortung übernommen und konkrete Lösungen aufgezeigt. Wenn die Arbeitgeber diese Vorschläge weiterhin ignorieren, müssen die Beschäftigten selbst darüber entscheiden, wie sie ihre Interessen durchsetzen wollen. Deshalb zählt jetzt jede Stimme. Die Mitgliederversammlung ist die Gelegenheit, gemeinsam die nächsten Schritte festzulegen und ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit zu setzen“, so Birgit Mohme, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal.