Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent mehr Geld - Aktion von mehr als 600 Beschäftigten unterstreicht Entschiedenheit

In der ersten Tarifverhandlung mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (Mittelgruppe) hat die IG Metall Mitte ihre Forderung nach 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate ausführlich begründet.

Tarifauftakt Metall-und Elektroindustrie in Frankfurt


Mehr als 600 Beschäftigte machten vor dem Verhandlungslokal in Frankfurt deutlich, dass sie für die Forderung entschieden streiten werden.

Nach herausfordernden Monaten sieht nicht nur die IG Metall eine wirtschaftliche Aufhellung. Trotz einer schwierigen geopolitischen Situation haben die Auftragseingänge zugenommen und das leichte Wachstum stabilisiert sich. Das belegen Umfragen der IG Metall unter Betriebsräten wie die der Arbeitgeber gleichermaßen. Allerdings bleibt der private Konsum weiterhin schwach. Zudem schüren die Arbeitgeber Unsicherheit und Angst unter Beschäftigten: Fortwährende Angriffe auf die Arbeits- und Leistungsbedingungen erzeugen sicherlich keine Aufbruchstimmung in den Belegschaften.

Hinzu kommt eine inkonsistente Politik der Bundesregierung. Inmitten der Transformation die geblockte Altersteilzeit abschaffen zu wollen, geht vollkommen an der Realität vorbei. Die Altersteilzeit ist eines der wichtigsten Instrumente, um den technologischen und demografischen Wandel im Betrieb zu gestalten. Das sehen auch viele Personalverantwortliche auf der Arbeitgeberseite. Insofern ist es unverständlich, dass Arbeitgeberverbände in Mitte immer wieder die Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission fordern.

Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Mitte: „Trotz Aufhellung bleibt die wirtschaftliche Situation herausfordernd. Dafür sind nicht die Beschäftigten verantwortlich. Dafür sind auch nicht die gegenüber den Material- und Energiekosten geringen Arbeitskosten von durchschnittlich 16 Prozent verantwortlich. Vielmehr haben Fehleinschätzungen von hochbezahlten Managern - insbesondere in der Automobil- und Zulieferindustrie - dazu beigetragen. Anstatt unausgegorener Vorschläge von Seiten der Politik und massiver Angriffe der Arbeitgeber auf die Arbeits- und Leistungsbedingungen, brauchen die Leute mehr Geld und eine nachhaltige Perspektive.“

Die IG Metall Mitte fordert für die rund 388.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in allen vier Bundesländern des IG Metall-Bezirks 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate. Zudem will sich die IG Metall Mitte für die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten einsetzen. Sprechen will die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern auch über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende, die in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage arbeiten, sowie über eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen.

Hinweis:

Die zweite Tarifverhandlung für die 360.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (Mittelgruppe) findet am 28. Oktober statt.

Mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen verhandelt die IG Metall Mitte erstmals am 12. Oktober in Erfurt. Davon sind rund 28.000 Beschäftigte betroffen.

Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.



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Tarifauftakt in Frankfurt: "Arbeitgeber mauern, Beschäftigte machen Druck"

Metall- und Elektroindustrie Mittelgruppe, 9. Oktober 2026