Hessen will die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken Betriebsräte und Gewerkschaften im Gespräch mit Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori

Hessens Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori hat bei der Betriebsrätekonferenz mit Betriebsrätinnen und Betriebsräten hessischer Industrieunternehmen sowie Gewerkschaften über die aktuelle Lage der Industrie und die Herausforderungen für Beschäftigte gesprochen.

Jörg Köhlinger und andere Geweerkschafter sitzen mit Mansoori auf dem Podium

23. Oktober 2026 23. Oktober 2026


Zu den Teilnehmenden zählte auch Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, sowie die Betriebsratsvorsitzenden von VW Kassel, Opel-Stellantis Rüsselsheim, Aumovio Germany GmbH, Siemens Healthcare, Schunk Group, Viessmann Werke Allendorf sowie von Siemens Schaltanlagenwerk, Bryden, Fritz Winter, Ixys Semiconductor und Federal-Mogul.

Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen in den Betrieben, notwendige Verbesserungen der Rahmenbedingungen und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten durch das Land Hessen. Ziel ist es, die Anliegen der Beschäftigten und Betriebe in politische Maßnahmen zu übersetzen und die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Industrie zu stärken.

„Hinter jedem Industriearbeitsplatz steht ein Mensch, der von seinem Lohn leben und seine Zukunft planen können soll. Das steht im Zentrum unserer Industriepolitik. Hohe Energiepreise, lange Genehmigungsverfahren und fehlende Fachkräfte belasten allerdings unsere Betriebe. Das setzt auch die Beschäftigten unter Druck. Wir müssen dafür sorgen, dass Unternehmen hier in Hessen investieren und produzieren können und gute Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen. Dafür hören wir denen zu, die den Alltag in den Betrieben kennen. Betriebsräte und Gewerkschafter wissen, wo es hakt und was sich ändern muss. Ihre Erfahrungen gehören auf den Tisch, wenn wir politische Entscheidungen treffen. Als Land packen wir dort an, wo wir selbst etwas verbessern können. Und dort, wo der Bund oder die Europäische Union gefragt sind, setzen wir uns für konkrete Lösungen ein“, sagte Hessens Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori.

„Betriebsräte und IG Metall sind zweiten Seiten einer Medaille: Mitbestimmung macht Arbeit fairer, sicherer und menschlicher. Tarifverträge gestalten auskömmliche und gute Arbeits- und Leistungsbedingungen. Tarifgebundene und mitbestimmte Betriebe sind oft erfolgreicher und innovativer. Genau das brauchen wir in der derzeitigen ökonomischen und politischen Situation,“ sagte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte.

Hessen unterstützt Industriebetriebe und fordert Kaufanreize für europäische Fahrzeuge in laufender Förderperiode

Hessen setzt sich dafür ein, industrielle Arbeitsplätze im Land zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken. Mit dem im April beschlossenen Industriepaket hat das Land gemeinsam mit Industrieverbänden, Kammern und Gewerkschaften konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht.          

Auch auf Bundes- und EU-Ebene setzt sich Hessen für bessere Wettbewerbsbedingungen ein. Kaweh Mansoori begrüßt die deutsch-französische Einigung, staatliche Kaufanreize künftig stärker an die Produktion von Fahrzeugen in Europa zu binden. Eine solche Initiative hatte Mansoori bereits im September gefordert.

Beraten wurde auch eine Bundesratsinitiative, mit der Hessen die Forderung, die E-Auto-Förderung um einen europäischen Herkunftsnachweis („Buy European“-Regel) zu ergänzen, unterstützt. So sollen staatliche Fördermittel gezielt dazu beitragen, Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum in Deutschland und Europa zu sichern. Zudem fordert Hessen, die geplanten Regeln auf Bundesebene bereits in der laufenden Förderperiode umzusetzen, statt erst mit dem Geltungsbeginn der europäischen Regelungen ab 2028.