Warnstreiks Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie: Warnstreikphase in Mitte beginnt

IG Metall Mitte läutet in der Nacht zum 1. November vor dem Werkstor von thyssenkrupp Rasselstein die Warnstreikphase ein.

Tarifverhandlungen 2. Runde Bezirk Mitte in Hanau am 28.10.2026.

30. Oktober 2026 30. Oktober 2026


Rund 300 Beschäftigte haben vor der zweiten Tarifverhandlung ihrer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate Nachdruck verliehen und ihre Kampfbereitschaft deutlich gemacht. Die Arbeitgeber wiederholten dennoch das in anderen Tarifgebieten vorgelegte Angebot. Ziel der IG Metall Mitte sei es gewesen, zügig zu einem Tarifabschluss zu kommen. Diese Chance hätten die Arbeitgeber heute mit der Wiederholung ihres lausigen Angebots zu Nichte gemacht. Jetzt wird in den Warnstreikmodus umgeschaltet, betonte Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Mitte, unmittelbar nach der zweiten Tarifverhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe in Hanau.

Die Arbeitgeberverbände im IG Metall-Bezirk Mitte waren in den letzten Wochen nicht bereit, auf der Grundlage eines verhandelbaren Angebots zügig ein Tarifergebnis zu erzielen. Das ‚Minus-Angebot‘ der Arbeitgeber hat die Wut in den Belegschaften über das seit Monaten anhaltende respektlose Verhalten ihnen gegenüber weiter erhöht. Nach Ende der Friedenspflicht beginnen die Warnstreiks unmittelbar in der Nacht zum 1. November 2026. Die IG Metall Mitte läutet in der Nacht zum 1. November vor dem Werkstor von thyssenkrupp Rasselstein in Andernach die Warnstreikphase ein.

„Die Enttäuschung der Beschäftigten in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Thüringen über das auf dem Tisch liegende ‚Minus-Angebot‘, verschärft den Tarifkonflikt. Was die Arbeitgeber auf den Tisch gelegt haben, sichert nicht einmal die Kaufkraft. Die Beschäftigten verlieren Geld, sollten sich die Arbeitgeber durchsetzen. Das werden wir verhindern. Unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht erhöhen wir jetzt den Druck mit Warnstreiks,“ kündigte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter und IG Metall-Verhandlungsführer, an.

Die IG Metall Mitte fordert für die rund 388.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in allen vier Bundesländern des IG Metall-Bezirks 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Zudem will sich die IG Metall Mitte für die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten einsetzen. Sprechen will die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern auch über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende, die in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage arbeiten, sowie über eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen.

Insgesamt sind bereits an den ersten beiden Warnstreiktagen am 1. und 2. November in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen insgesamt 60 Aktionen in 37 Betrieben Warnstreiks geplant.