Aus den Regionen: GS Ludwigshafen-Frankenthal Arbeitgeber lehnen Alternativkonzept vollständig ab

Ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Die Arbeitgeberseite von MANN+HUMMEL hat das von Betriebsrat und IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelte Alternativkonzept am heutigen Tag vollständig abgelehnt.

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22. September 2026 22. September 2026


Die Arbeitgeberseite von MANN+HUMMEL hat das von Betriebsrat und IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelte Alternativkonzept am heutigen Tag vollständig abgelehnt. Damit wurden sämtliche Vorschläge zurückgewiesen, die auf den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Entwicklung einer tragfähigen Zukunftsperspektive für den Standort Speyer ausgerichtet waren.

„Die vollständige Ablehnung unseres Alternativkonzepts ist ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen. Die Beschäftigten haben ihre Erfahrung, ihr Fachwissen und ihre Ideen eingebracht, um gemeinsam Lösungen für die Zukunft des Standorts zu entwickeln. Statt sich konstruktiv mit diesen Vorschlägen auseinanderzusetzen, werden sie in Gänze zurückgewiesen“, erklärt Wladislaw Wolter, Politischer Sekretär der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal.

Das Alternativkonzept wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat, Beschäftigten, IG Metall und der TBS Rheinland-Pfalz entwickelt. Ziel war es, wirtschaftlich tragfähige Perspektiven für den Standort Speyer aufzuzeigen und industrielle Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Die Vorschläge basierten auf dem Wissen, der Erfahrung und den Ideen der Beschäftigten, untermauert mit betriebswirtschaftlichen Zahlen, und zeigen auf, dass es Alternativen zu Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen gibt.

„Mit der vollständigen Ablehnung unseres Alternativkonzepts entziehen sich die Verantwortlichen ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Menschen, die über Jahrzehnte hinweg mit ihrer Arbeit, ihrem Wissen und ihrem Engagement dazu beigetragen haben, dass MANN+HUMMEL zu dem Unternehmen geworden ist, das es heute ist. Diese Entscheidung ist nicht nur wirtschaftlich fragwürdig, sondern auch moralisch nicht vertretbar. Hier wird mit den Existenzgrundlagen hunderter Beschäftigter und ihrer Familien gespielt. Wer die Vorschläge der Belegschaft einfach vom Tisch wischt, zeigt mangelnden Respekt gegenüber denjenigen, die den Erfolg des Unternehmens überhaupt erst möglich gemacht haben“, erklärt Marie Grigo, Politische Sekretärin der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal.

Für die IG Metall steht fest, dass die Ablehnung des Konzepts den Widerstand der Beschäftigten nicht beenden wird.

„Wer glaubt, die Belegschaft würde nach dieser Entscheidung aufgeben, irrt sich. Die Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Arbeitsplätze und ihre Zukunft zu kämpfen. Die heutige Entscheidung wird unseren Einsatz nicht schwächen, sondern unseren Zusammenhalt weiter stärken“, so Wladislaw Wolter.

Auch die Erste Bevollmächtigte der IG Metall macht deutlich, dass die Arbeitgeber mit ihrer Entscheidung eine weitere Eskalation riskieren.

„Sollten die Verantwortlichen ihre Entscheidung nicht überdenken und sich weiterhin weigern, über eine Zukunftsvereinbarung für den Standort Speyer zu verhandeln, werden wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern alle notwendigen Vorbereitungen treffen und auch gewerkschaftliche sowie tarifpolitische Maßnahmen in Erwägung ziehen. Die Beschäftigten haben Anspruch auf eine Perspektive, auf Respekt und auf ernsthafte Verhandlungen über ihre Zukunft. Wer dies verweigert, muss damit rechnen, dass die Belegschaft ihre Interessen geschlossen und entschlossen vertritt“, erklärt Birgit Mohme, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal.

Der Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze und für eine industrielle Zukunft des Standorts Speyer geht weiter. Die Beschäftigten haben bewiesen, dass sie bereit sind, Verantwortung für die Zukunft ihres Werks zu übernehmen. Nun liegt es an der Unternehmensleitung, ob sie den Weg des Dialogs einschlägt oder die Konfrontation weiter verschärft.