neunter Streiktag Arbeitsministerin Schenk unterstützt Streikende bei Kelvion

Mit einem Besuch unterstützt die Thüringer Arbeitsministerin Katharina Schenk die Streikenden bei der Kelvion Brazed PHE GmbH in Wilchwitz.

 Thüringer Arbeitsministerin Katharina Schenk im Streikzelt bei Kelvion

12. August 2026 12. August 2026


  • Bildunterschrift: Thüringer Arbeitsministerin Katharina Schenk im Streikzelt bei Kelvion

Am heutigen Mittwochmorgen sprach sie am neunten Streiktag mit den Beschäftigten des Werkes, die mit einem Erzwingungsstreik für einen Sozialtarifvertrag kämpfen, um die sozialen Härten der geplanten Schließung abzufedern.

Im Streikzelt  am Werktor führte die Ministerin ein Gespräch mit den mehr als 100 Kelvion-Beschäftigten. Jörg Schumann (Bürgermeister Nobitz) und ein Vertreter der Wirtschaftsförderung des Landratsamtes nahmen an dem Termin teil.

„Die Beschäftigten haben völlig zu Recht deutlich gemacht, dass sie bei den Entscheidungen über ihren Standort mitgenommen werden müssen. Sie, die jeden Tag zur Arbeit gehen, sind die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs. Dass ein Unternehmen dann versucht, einen Streik mit Leiharbeitskräften zu umgehen, weist nicht nur auf einen erheblichen Rechtsverstoß hin, sondern stellt ganz unabhängig von der rechtlichen Lage keinen akzeptablen Umgang mit den Beschäftigten dar. Als Landesregierung wollen wir unseren Beitrag leisten, damit der Standort eine Zukunft hat. Deshalb strecken wir die Hand aus und bringen uns dort ein, wo wir gemeinsam mit Beschäftigten, Betriebsrat und möglichen Investoren Lösungen für den Erhalt von Arbeitsplätzen schaffen können.“

„Unser Arbeitskampf für Kelvion verbindet die Interessen der Belegschaft mit einer der wichtigsten Zukunftsfragen Thüringens: Was können wir gemeinsam tun, damit Investitions- und Standortentscheidungen nicht länger über die Köpfe der Beschäftigten hinweg getroffen werden? Gerade Kelvion ist ein ebenso trauriges wie empörendes Beispiel dafür, wie unverständlich und konsequent ein Kahlschlag vollzogen wird: eine hochleistungsfähige Belegschaft, ein profitabler Betrieb, ein zukunftsfähiges Produkt – und trotzdem kommt wie aus dem Nichts das Aus! Gerade unser Erzwingungsstreik für einen Sozialtarifvertrag zeigt, wie wichtig Gewerkschaften sind und wie sie vor Ort für die Menschen kämpfen“, so Christoph Ellinghaus, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Jena-Saalfeld.