Nachruf Die IG Metall Mitte trauert um Christoph Ellinghaus

Christoph Ellinghaus, langjähriger Bevollmächtigter der IG Metall Jena-Saalfeld und Gera, ist Anfang der Woche im Alter von 56 Jahren völlig unerwartet verstorben.

Christoph Ellinghaus bei einer Kundgebung im Jahr 2022 in Jena

19. August 2026 19. August 2026


Wir alle kannten Christoph als engagierten Gewerkschafter und sind geschockt und in Gedanken bei Freunden und Angehörigen.

Für alle, die ihn kennenlernen und mit ihm arbeiten durften, wiegt sein Verlust schwer. Wir behalten ihn in Erinnerung als Mensch, der sich mit seinen überragenden Fähigkeiten für andere einsetzte.

Christoph Ellinghaus wurde am 29. Januar 1970 in Frankfurt/Main geboren. Er engagierte sich seit Jugendtagen politisch und solidarisch. Seit den 1990er-Jahren war er in der Gewerkschaftsarbeit tätig, unter anderem als Jugend- und Gewerkschaftssekretär der IG Metall in Ostthüringen. Er wurde 2020 zum Ersten Bevollmächtigten der beiden Geschäftsstellen Jena-Saalfeld und Gera gewählt und vier Jahre später mit 100 Prozent in seinen Ämtern bestätigt.

Als Bevollmächtigter brachte er zusammen mit Franziska Wolf und dem Team eine strategische Neuausrichtung der Gewerkschaftsarbeit auf den Weg. Neben starken Tarifabschlüssen gehörten gewerkschaftliche Erschließungen von Betrieben, die Stärkung der Tarifbindung, die Angleichung an Flächentarife und der Kampf gegen Ost-West-Ungleichheiten zu den sichtbaren Erfolgen seit 2020. Zuletzt initiierte er eine Kampagne gegen die Deindustrialisierung, deren Ausmaß an die 1990er-Jahre erinnert und ein mutiges Gegensteuern erfordert. Sein strategisches Denken fand über Gewerkschaftskreise hinaus hohe Anerkennung. Auch die Vernetzung von Gewerkschaften und sozialen Bewegungen war ihm eine Herzensangelegenheit.

Über seine Gewerkschaftsarbeit hinaus engagierte sich Christoph Ellinghaus für ein demokratisches und soziales Miteinander, gegen globale Ungleichheiten, für den Frieden und im Kampf gegen Rechtsextremismus. Er war aktiv an gewaltfreien Protesten und Blockaden gegen Neonazi-Aufmärsche in Thüringen und ganz Mitteldeutschland beteiligt. Zu seinem Vermächtnis gehört ein antifaschistisches „Nie wieder!“