Volkswagen Betriebsrat im VW-Werk Kassel: Verlässlichkeit und Vertragstreue sind keine Verhandlungsmasse

Kassel – Im Volkswagen Werk Kassel hat heute eine zusätzliche Betriebsversammlung zu den Zukunftsplänen des Konzernvorstands von VW sowie deren Auswirkungen auf die Komponente und den Standort Kassel stattgefunden.

Jörg Köhlinger


  • Bildunterschrift: Jörg Köhlinger (Leiter IG Metall Bezirk Mitte). Foto: Frank Rumpenhorst.

Im Mittelpunkt standen der Bericht von Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik & CEO Group Components, sowie die Perspektiven für Beschäftigung, Investitionen und Produkte am Standort.

Im Anschluss an die Versammlung erklärte der Betriebsratsvorsitzende des Volkswagen Werks Kassel, Carsten Büchling: „Die heutige Betriebsversammlung war ein erster Einstieg in die Auseinandersetzung der Belegschaft mit dem Zielbild 2030 des Konzernvorstands und den Auswirkungen auf die Komponente sowie unseren Standort Kassel. Klar ist: Der Standort Kassel steht wirtschaftlich stark da, liefert gute Ergebnisse und hat seine vereinbarten Beiträge erbracht. Deshalb erwarten wir, dass auch Volkswagen zu seinen Zusagen steht. Die im Tarifabschluss 2024 und in den Vereinbarungen für Kassel zugesagten Investitionen, Produkte und Beschäftigungsperspektiven gelten. Verlässlichkeit und Vertragstreue sind keine Verhandlungsmasse. Wir als Arbeitnehmerseite werden die weiteren Beratungen zur Zukunft des Konzerns sowie die Auswirkungen auf die Komponente und den Standort Kassel konstruktiv, aber mit der notwendigen Klarheit begleiten.“


Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender Volkswagen Kassel

  • Bildunterschrift: Carsten Büchling (Betriebsratsvorsitzender VW Kassel). Foto: Martin Sehmisch.

Der Leiter des IG Metall Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, ordnete die aktuelle Situation bei Volkswagen in einen größeren industrie-, sozial- und gesellschaftspolitischen Zusammenhang ein und rief die Beschäftigten zur Beteiligung an den bundesweiten Aktionstagen der IG Metall im September auf: „Wir erleben derzeit eine kontinuierliche Deindustrialisierung mit einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen. Davon ist die gesamte Metall- und Elektroindustrie, insbesondere die Automobil- und Zulieferindustrie betroffen. Die Arbeitgeber und ihre Verbandsvertreter nutzen diese Situation, um tarifvertragliche Standards in Frage zu stellen und die Mitbestimmung zurückzudrängen. Sie betreiben Klassenkampf, anstatt mit uns innovative und faire Lösungen auf den Weg zu bringen. Das provoziert Widerstand. Am 21. September finden daher bundesweit in den Betrieben Aktionen statt.“

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