Tarifrunde Betriebsversammlung bei Daimler Truck in Kassel

Auf der Betriebsversammlung bei Daimler Truck in Kassel haben Betriebsrat und IG Metall die Beschäftigten auf harte Zeiten eingeschworen und die Belegschaft zur kämpferischen Haltung und Solidarität aufgerufen.

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31. August 2026 31. August 2026


Die Verantwortung für die schwierige wirtschaftliche Entwicklungen liegt nicht bei den Beschäftigten. Während viele Beschäftigte erhebliche Leistungen erbracht hätten, um den technologischen und wirtschaftlichen Wandel in den Betrieben zu bewältigen, setzten zahlreiche Arbeitgeber auf Personalabbau, um hohe Renditen zu sichern. „Dagegen wehren wir uns gemeinsam in der Automobil- und Zulieferindustrie. Am 21. September zeigen wir bundesweit vor den Werkstoren der Automobilhersteller und der Zulieferer, dass wir nicht einverstanden sind und eine faire Transformation fordern,“ kündigten Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte und Jörg Lorz, Betriebsratsvorsitzender bei Daimler Truck in Kassel, an.

„Die kommenden Monate werden nicht einfach. Die zwischen den Arbeitgebern abgestimmten Angriffe auf die 35-Stunden-Woche und Mitbestimmung nehmen stetig zu: Tarifbedingungen werden in Frage gestellt. Wir stehen vor einer Tarifrunde, die von harten Auseinandersetzungen geprägt sein wird,“ betonte Köhlinger gegenüber den Kolleginnen und Kollegen von Daimler Truck im Werk Kassel.

Während Arbeitgeber tarifliche Standards angreifen, werden zugleich politische Einschnitte bei Altersteilzeit und Rente diskutiert. Für viele Beschäftigte entsteht der Eindruck, dass sie die Kosten der Transformation gleich mehrfach tragen sollen. Gleichzeitig warnte Köhlinger vor politischen Vorhaben, die den Sozialstaat schwächen würden. Besonders kritisch bewertete er die Diskussionen um die Abschaffung der Altersteilzeit sowie um eine Einschränkung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren.

Jörg Lorz, Betriebsratsvorsitzender bei Daimler Truck in Kassel, betonte: „Die Stimmung im Betrieb ist sehr angespannt und gereizt. Die Gemengelage aus der laufenden Transformation, den geplanten Sozialstaatskürzungen und deren Folgewirkungen haben fatale Auswirkungen auf Beschäftigte.“

Die geplante Abschaffung der geblockten Altersteilzeit sei absurd. Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen in der Automobil- und Zulieferindustrie sei sie ein bewährtes Instrument, um den Wandel sozial zu gestalten. Die Altersteilzeit schaffe seit über 30 Jahren Möglichkeiten, Generationenwechsel in den Betrieben zu organisieren und Beschäftigten einen planbaren Übergang in den Ruhestand zu ermöglichen. Dass selbst viele Arbeitgeber an diesem Instrument festhalten wollen, zeige, wie wichtig es für die Branche ist, betonte Köhlinger.

Betriebsratsvorsitzender Lorz betonte: „Wir werden im engen Schulterschluss von Arbeitnehmervertretern, Beschäftigten und IG Metall in den nächsten Wochen, Monaten und am 21. September sehr deutlich machen, dass wir die eingeschlagenen Wege der Arbeitgeberverbände und der Politik so nicht mittragen werden.“