M+E-Tarifbewegung 2026 IG Metall Mitte erwartet harte Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern

Die Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie startet in einer Zeit großer wirtschaftlicher Unsicherheit. Gleichzeitig sieht die IG Metall Mitte die Beschäftigten zunehmenden Angriffen auf zentrale Arbeitnehmerrechte ausgesetzt.

Warnstreik Erlenbach

8. September 2026 8. September 2026


Im Fokus stehen dabei Forderungen der Arbeitgeber nach längeren Arbeitszeiten sowie politische Vorwürfe, Beschäftigte seien zu teuer und nicht leistungsbereit genug.

„Die Beschäftigten in den Betrieben leisten jeden Tag ihren Beitrag und haben in den vergangenen Jahren die Transformation vieler Unternehmen erst möglich gemacht. Sie sind auch weiterhin bereit, Verantwortung zu übernehmen. Aber ganz sicher nicht zum Nulltarif“, betont Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte und Verhandlungsführer in der anstehenden Tarifbewegung für die 388.000 Beschäftigten der Branche in Mitte.

Nach Auffassung der IG Metall Mitte dürfen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht dazu führen, bewährte tarifliche Standards, wie die 35-Stunden-Woche oder die Mitbestimmung, infrage zu stellen. Die Verantwortung für schwierige wirtschaftliche Entwicklungen liege nicht bei den Beschäftigten. Vielmehr hätten Betriebsräte und Belegschaften in zahlreichen Unternehmen frühzeitig auf Fehlentwicklungen bei Investitionen und Geschäftsstrategien hingewiesen. Während viele Beschäftigte erhebliche Leistungen erbracht hätten, um den technologischen und wirtschaftlichen Wandel in den Betrieben zu bewältigen, setzten zahlreiche Arbeitgeber auf Personalabbau, um hohe Renditen zu sichern.


Sitzung der Tarifkommission Metall- und Elektroindustrie am 8. September 2026

Die Debatte über das Forderungspaket läuft bereits seit Juni in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in den vier Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen. Darüber hinaus führte die IG Metall bis Ende August eine umfangreiche Beschäftigtenbefragung durch, an der sich knapp 40.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Mitte beteiligten.

  • 22. September: Beschluss der Tarifforderung durch die Tarifkommissionen (Mittelgruppe und Thüringen) in Mitte.
  • 23. September: Abschließender Beschluss der Tarifforderung durch den IG Metall Vorstand.
  • 9. Oktober: 1. Tarifverhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) in Frankfurt.
  • 12. Oktober: 1. Tarifverhandlung mit den Arbeitgebern Thüringens 
  • Ab 1. November sind Warnstreiks möglich.


Download

Tarifnachrichten Nr. 1: "M+E-Tarifrunde startet - Es wird eine harte Auseinandersetzung werden!"