Beschäftigte ergreifen Notwehrmaßnahme und kämpfen für Sicherheit IG Metall kündigt Warnstreik bei AIOS in Überherrm an

Die IG Metall ruft die Beschäftigten der Firma aios für Montag, den 14. September 2026, zu einem gangtägigen Warnstreik auf (alle 3 Schichten 8h).

Warnstreikweste

14. September 2026 14. September 2026


Hintergrund ist die anhaltende Weigerung der Unternehmensleitung, mit der IG Metall in Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag einzutreten, obwohl sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens seit Monaten zunehmend zuspitzt.

Bereits im Juni hatte die Geschäftsführung über mögliche Varianten eines Insolvenzverfahrens informiert. Stichworte wie Verfahren in Eigenverwaltung, Stilllegung und Masseunzulänglichkeit lassen alle Beteiligten aufhorchen. Im August bestanden nach Angaben aus dem Unternehmen zudem erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Sicherstellung laufender Lohn- und Gehalts-Zahlungen. Trotz dieser Entwicklungen lehnt die Unternehmensleitung bislang Gespräche über einen Sozialtarifvertrag ab, der den Beschäftigten für den Fall weiterer wirtschaftlicher Einschnitte Schutz und Sicherheit bieten soll.

„Die Geduld der Beschäftigten ist erschöpft. Wer einerseits über mögliche Insolvenzverfahren informiert, gleichzeitig aber Verhandlungen über soziale Absicherungen verweigert, wird der Verantwortung für die wachsende Verunsicherung in der Belegschaft nicht gerecht“, erklärt, Ralf Cavelius, 2. Bevollmächtigter für die IG Metall Völklingen.

Der Warnstreik ist aus Sicht der Gewerkschaft eine notwendige Reaktion auf die anhaltende Verweigerungshaltung des Unternehmens. Die IG Metall spricht von einer Notwehrmaßnahme der Belegschaft gegen die mangelnde Bereitschaft des Arbeitgebers, Verantwortung zu übernehmen und konstruktive Lösungen gemeinsam zu suchen.

Besonders kritisch bewertet die Gewerkschaft die jüngsten Entwicklungen im Verhältnis zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat. Während dem Betriebsrat noch vor wenigen Monaten zahlreiche betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Informationen zur Verfügung standen, werden inzwischen wesentliche Daten nicht mehr transparent bereitgestellt. Gleichzeitig sieht die IG Metall Defizite bei den gesetzlich vorgeschriebenen Informations- und Beteiligungsrechten des Betriebsrats.

"Wenn notwendige Informationen ausbleiben und gleichzeitig Tarifverhandlungen verweigert werden, entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass die tatsächliche wirtschaftliche Lage deutlich angespannter ist, als man den Beschäftigten glaubhaft zu machen versucht“, so die IG Metall weiter.

Bereits vor rund zwei Wochen hat die Gewerkschaft der aios-Geschäftsführung konkrete Verhandlungstermine zur Aufnahme von Gesprächen über einen Sozialtarifvertrag vorgeschlagen. 

Bis heute liegt jedoch keine Bereitschaft zur Aufnahme ernsthafter Verhandlungen vor. Stattdessen reagiert das Unternehmen nach Auffassung der IG Metall lediglich mit ausweichenden schriftlichen Stellungnahmen.

Mit dem Warnstreik am Montag wollen die Beschäftigten ein deutliches Signal setzen. Die IG Metall fordert die Unternehmensleitung erneut auf, ihrer Verantwortung gegenüber der Belegschaft gerecht zu werden und unverzüglich Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufzunehmen.

„Die Beschäftigten haben ein Recht auf Klarheit, Transparenz und soziale Absicherung. Wer Zukunftsängste ernst nimmt, setzt sich an den Verhandlungstisch. Genau dazu fordern wir die Geschäftsführung jetzt auf.“

Aios beschäftigt knapp 300 Menschen in Überherrn, Bremen und Maichingen (bei Sindelfingen). Das Unternehmen ist ein Zulieferbetrieb der Automobilindustrie und einziges Produkt sind (zwischenzeitlich) die Pkw-Himmel (Interieur) für Mercedes in Sindelfingen und Bremen.

Eine Warnstreik-Kundgebung findet am Montag, 14. September 2026, ab 12 Uhr vor dem Werkstor statt.

Adresse: Comotorstrasse 12, 66802 Überherrn-Altforweiler