Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie Aktion von Beschäftigten unterstreicht Forderung nach 5 Prozent mehr Geld

Erfurt - In der ersten Tarifverhandlung mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen hat die IG Metall Mitte ihre Forderung nach 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate ausführlich begründet.

 Tarifverhandlung ME Thüringen


Rund 200 Beschäftigte machten vor dem Verhandlungslokal in Erfurt deutlich, dass sie für die Forderung entschieden streiten werden.

Nach herausfordernden Monaten sieht nicht nur die IG Metall eine wirtschaftliche Aufhellung. Trotz einer schwierigen geopolitischen Situation haben die Auftragseingänge zugenommen und ein leichtes Wachstum stabilisiert sich. Viele Betriebe der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen haben einen sehr guten Auftragsbestand und machen Gewinne. Allerdings bleibt der private Konsum weiterhin schwach.

Hinzu kommt eine inkonsistente Politik der Bundesregierung. Inmitten der Transformation die geblockte Altersteilzeit abschaffen zu wollen, geht vollkommen an der Realität vorbei. Die Altersteilzeit ist eines der wichtigsten Instrumente, um den technologischen und demografischen Wandel im Betrieb zu gestalten. Das sehen auch viele Personalverantwortliche auf der Arbeitgeberseite. Insofern ist es unverständlich, dass immer wieder die Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission von Seiten der Arbeitgeber gefordert wird.


 Tarifverhandlung ME Thüringen

Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Mitte: „Ungerecht ist vor allem, dass die Arbeitgeber keine Verantwortung übernehmen und die Situation zur Senkung von Personalkosten nutzen wollen. Die wirtschaftliche Lage geht nicht auf das Handeln von Beschäftigten zurück, sondern darauf, dass Entwicklungen und Innovationen versäumt wurden. Die Beschäftigten sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.“

Die IG Metall Mitte fordert für die rund 388.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in allen vier Bundesländern des IG Metall-Bezirks 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate. Zudem will sich die IG Metall Mitte für die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten einsetzen. Sprechen will die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern auch über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende, die in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage arbeiten, sowie über eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen.

Hinweis:

Mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen verhandelt die IG Metall Mitte am 28. Oktober in Eisenach ein weiteres Mal. Von den Verhandlungen sind rund 28.000 Beschäftigte betroffen. Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.



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Tarifverhandlung in Erfurt: "Beschäftigte machen Druck"

Metall- und Elektroindustrie Thüringen, 12. Oktober 2026