Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie Auch in Thüringen keine Annäherung: Warnstreiks starten am 1. November

Beschäftigte machen Druck für 5 Prozent mehr Geld - Arbeitgeber Thüringens wiederholen lausiges Angebot - Warnstreiks beginnen am 1. November

Kundgebung zur zweiten Verhandlungsrunde Metall- und Elektroindustrie Thüringen

28. Oktober 2026 28. Oktober 2026


Mehr als 120 Beschäftigte haben vor der zweiten Tarifverhandlung ihrer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate Nachdruck verliehen und ihre Kampfbereitschaft deutlich gemacht. Die Arbeitgeber wiederholten dennoch das in anderen Tarifgebieten vorgelegte Angebot. Jetzt schaltet die IG Metall Mitte in den Warnstreikmodus um.

Der Verhandlungsführer des VMET hat es sich in der zweiten Tarifverhandlung mit der IG Metall Mitte nicht nehmen lassen das mickrige Angebot aus anderen Tarifgebieten erneut unterbreitet. Eigene Vorschläge wurden nicht gemacht. Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Mitte: „Die Thüringer Arbeitgeber reden den Standort systematisch schlecht: Es wird der Sache nicht gerecht, wenn vorgestanzte Textbausteine von GesamtMetall vorgelesen werden, die die positive regionale Entwicklung nicht berücksichtigen. Viele Unternehmen in Thüringen haben volle Auftragsbücher. Die Prognosen der Wirtschaftsforschung Institute haben sich zudem deutlich verbessert.“

Die Arbeitgeber Thüringens bieten eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 sowie eine nach unten differenzierbare Einmalzahlung ab 1. Juli 2027 an. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll am 31. Dezember 2028 enden. Zudem soll die automatische Differenzierung ausgeweitet und dauerhaft fortgeschrieben werden. Ob das Angebot unter dem Vorbehalt betrieblicher Instrumente zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung steht, konnte der Verhandlungsführer nicht beantworten. Ohne medizinische Sachkenntnis wollen die Arbeitgeber zudem über Krankenstände in den Betrieben sprechen. Zu den geforderten Gesprächen zur beschleunigten Einführung künstlicher Intelligenz hat die IG Metall bereits im Januar 2026 mit der „Initiative für Arbeit und Aufschwung“ umfangreiche Vorschläge gemacht. Auf eine substanzielle Antwort wartet die Gewerkschaft bis heute.

„Unser Ziel war es zügig zu einem Ergebnis zu gelangen, das haben die Arbeitgeber mit ihrem „Minus-Angebot“ nun zu Nichte gemacht. Das ‚Minus-Angebot‘ stellt eine Respektlosigkeit dar und provoziert die Beschäftigten. Warnstreiks sind jetzt ab 1. November unausweichlich, um die Arbeitgeber zum Einlenken zu bewegen,“ kündigte  Köhlinger an.

Die IG Metall Mitte fordert für die rund 388.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in allen vier Bundesländern des Bezirks 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate. Zudem will sich die IG Metall Mitte für die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten einsetzen. Sprechen will die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern auch über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende, die in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage arbeiten, sowie über eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen.