Rund 300 Beschäftigte haben vor der zweiten Tarifverhandlung ihrer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate Nachdruck verliehen und ihre Kampfbereitschaft deutlich gemacht. Die Arbeitgeber wiederholten dennoch das in anderen Tarifgebieten vorgelegte Angebot. Ziel der IG Metall Mitte sei es gewesen, zügig zu einem Tarifabschluss zu kommen. Diese Chance hätten die Arbeitgeber heute mit der Wiederholung ihres lausigen Angebots zu Nichte gemacht. Jetzt wird in den Warnstreikmodus umgeschaltet, betonte Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Mitte, unmittelbar nach der zweiten Tarifverhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe in Hanau.
„Anstatt über Krankenstände zu lamentieren, kann man von hochbezahlten Verbandsvertretern erwarten, dass sie Innovationen und Investitionen in der Metall- und Elektroindustrie vorantreiben. Die Voraussetzungen sind da. Die Prognosen der Wirtschaftsforschung Institute haben sich in den letzten Wochen deutlich verbessert. Die überwiegende Zahl der Experten ist sich einig, dass der zaghafte Aufschwung durch den privaten Konsum verstetigt werden muss. Nur die Arbeitgeber sind der Meinung, dass ‚Minusrunden‘ Perspektiven bieten. Mit Reallohnverlusten der Beschäftigten sind die Herausforderungen der Transformation nicht zu stemmen, entstehen keine Innovationen und Deutschland wird damit sicherlich kein industrieller KI-Hub“, betont Jörg Köhlinger.
Arbeitgeber fordern ‚Minusrunde‘, bieten keine Perspektiven
Die Arbeitgeber der Mittelgruppe bieten eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 sowie eine nach unten differenzierbare mickrige Einmalzahlung ab 1. Juli 2027 an. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll am 31. Dezember 2028 enden. Zudem soll die automatische Differenzierung ausgeweitet und dauerhaft fortgeschrieben werden. Das gesamte Angebot scheint unter dem Vorbehalt zu stehen, das betriebliche Instrumente zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung vereinbart werden. Ohne medizinische Sachkenntnis wollen die Arbeitgeber zudem über Krankenstände in den Betrieben sprechen. Zu den geforderten Gesprächen zur beschleunigten Einführung künstlicher Intelligenz hat die IG Metall bereits im Januar 2026 mit der „Initiative für Arbeit und Aufschwung“ umfangreiche Vorschläge gemacht. Auf eine substanzielle Antwort wartet die Gewerkschaft bis heute.
Die IG Metall Mitte fordert für die rund 388.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in allen vier Bundesländern des IG Metall-Bezirks 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate. Zudem will sich die IG Metall Mitte für die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten einsetzen. Sprechen will die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern auch über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende, die in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage arbeiten, sowie über eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen.